…If you never risk anything, you will miss the best moments in life

Am schlimmsten daran so eine Kolumne zu verfassen ist es eine passende Einleitung zuschreiben, deshalb leite ich diese Kolumne/Tagebuch/Selbsttherapie einfach damit ein mich darüber zu beschweren wie schwer es ist Einleitungen zuschreiben. Vielleicht kann ich mit meiner Kolumne ja wirklich jemanden dazu anregen über sein Leben nachzudenken oder vielleicht hilft es jemanden – wenn nicht, dann ist es trotzdem immer noch ein gutes Gefühl das alles loszuwerden. Manche Menschen haben ja manchmal von mir den Eindruck ich würde gar nicht nachdenken, aber dieser Text beweist wohl das Gegenteil …

Risiko – viele Menschen sind nicht bereit eines einzugehen, aus Angst davor verletzt zuwerden oder aus Angst davor welche Auswirkungen es auf die Zukunft haben könnte. Ich bin ganz und gar nicht so – jedenfalls nicht mehr. Ob einen Job zu kündigen, weil er mir nicht mehr gefällt bzw. mich langweilt oder mich mit einem Typen zu treffen, obwohl alle Anzeichen dafür sprechen das nicht mehr daraus wird – ich bin immer bereit dafür ein Risiko einzugehen. Und warum auch nicht? Wenn man nie etwas riskiert, dann ist man vielleicht immer auf der sichereren Seite im Leben, aber man kann auch viele, schöne Momente oder neue Perspektiven verpassen. Und so klischeehaft das auch klingen mag – dafür ist das Leben einfach zu kurz.

Was dazu geführt hat das ich, in manchen Situationen, so risikofreudig bin? Vielleicht das ich selbst oft miterlebe wozu es führen kann, wenn man nie etwas riskiert. Meine Oma ist eine tolle, liebe Frau, die alles für ihre Familie tut und ist mit einem Mann verheiratet der das nicht zu schätzen weiß. Dabei hatte sie damals einen tollen Mann kennengelernt, der alles für sie getan hätte, doch meine Oma entschied sich für meinen Opa – weil sie damit einfach auf der sicheren Seite war. Und nun führt sie eine unglückliche, lieblose Ehe, doch auch jetzt ist es ihr zu riskant sich scheiden zu lassen – aus Angst vor der Zukunft. Das würde für mich niemals in Frage kommen. Ich kann mir nicht vorstellen mit jemanden zusammen zu sein, nur weil ich damit auf der sichereren Seite bin nicht verletzt zuwerden, wenn es gleichzeitig vielleicht jemanden gibt der mir mehr bedeutet.

Schon bei meinem Ex-Freund bin ich ein großes Risiko eingegangen, indem ich, praktisch von heute auf Morgen, zu ihm gezogen bin, obwohl er hunderte Kilometer weit weg wohnte. Ich hab einen Teil meiner Familie hinter mir gelassen, meine Freunde und bin einfach gegangen und in dem Moment hat es sich richtig angefühlt. Und ich bereue es bis heute nicht. Gab es ein Happy-End? Nein, natürlich nicht. Happy-Ends sind etwas für romantische Komödien, aber nichts für das wahre Leben. Irgendwann endet alles einmal. Aber wieso sollte ich es deshalb bereuen? Wir hatten auch einige schöne Momente und ich war, wenn auch nur für kurze Zeit, glücklich. Und danach habe ich dort einen meiner besten Freunde kennengelernt, sowie andere tolle Menschen und eine schöne Zeit gehabt, die ich niemals vergessen wollen würde.

Manche Menschen neigen dazu immer das Negative zusehen – vor allem nach einer Trennung. Klar ist sowas immer schwer, traurig und auch verletzend – doch sollte man deshalb die ganzen schönen Momente vergessen? Oder sogar ganz auf Dates und Beziehungen verzichten, nur weil daraus vielleicht niemals mehr werden oder man verletzt werden könnte? Ich finde nicht, dann kann man sich eigentlich gleich für immer zuhause einschließen und auf seinen Tod warten.

Wenn man sich mit einen Typen trifft, bei dem man selbst weiß das vieles dagegen spricht das irgendwann mehr daraus wird, sind manche Menschen der Meinung es gleich ganz sein zulassen. Man könnte ja verletzt werden. Doch auch das ist wieder ein Risiko, bei dem es sich lohnt es einzugehen. Selbst wenn die Entfernung zu groß ist, die Person vielleicht gar nicht der Typ Mann ist auf dem man normalerweise steht oder es sonstige Gründe gibt, die dagegen sprechen – wenn man miteinander Zeit verbringt und alles passt, man Spaß miteinander hat und in dem Moment glücklich ist, dann lohnt es sich auch – egal was danach kommt. Wir Menschen neigen dazu alles zu verkomplizieren und zu viel über die Zukunft nachzudenken, statt einfach den Moment zu genießen. Vielleicht mag man eine Person, verbringt eine tolle Zeit miteinander und es wird doch nicht mehr draus oder vielleicht passiert genau das Gegenteil – das wird man allerdings nie erfahren wenn man es nicht riskiert. Und mein Leben ist mir zu schade um auf schöne Momente zu verzichten, nur aus Angst vor der Zukunft.

Und genauso sieht es im Berufsleben aus. Es bringt nichts an einem Job festzuhalten, der einen unglücklich macht, nur weil er für finanzielle Sicherheit sorgt. Natürlich ist auch das wichtig, aber wichtiger ist es etwas zufinden wo man wirklich mit Herz und Seele dabei ist, als einen Job bei dem man sich dazu zwingen muss hinzugehen. Selbst wenn dein Berufswunsch schwer zu erreichen scheint, ist es besser es zu versuchen und zu scheitern, anstatt es nie zu versuchen und sich mit dem Zweitbesten zufrieden zugeben – das wäre etwas das ich dann wirklich bereuen würde …

Don’t worry about failures, worry about the chances you miss when you don’t even try.Jack Canfield